Es ist Montagabend, am Mittwoch steht der Englischtest an. Ihre Tochter hat die Vokabeln dreimal durchgelesen und die wichtigsten Wörter gelb markiert. Auf die Frage, ob sie alles kann, nickt sie. Am Mittwochnachmittag kommt sie nach Hause und erzählt, dass ihr die Hälfte nicht mehr eingefallen ist.
Mit Faulheit oder Pech hat das wenig zu tun. Viele Kinder lernen so, weil es sich gut anfühlt. Eine gängige Erklärung der Lernpsychologie: Wer einen Text mehrmals liest, erkennt ihn beim vierten Mal sofort wieder und verwechselt das leicht mit Wissen. Abgerufen wird dabei kaum etwas, und genau das verlangt die Klassenarbeit.
Eine mögliche Stütze, wenn Sie das Lernen zu Hause anders aufziehen möchten: Bei sofatutor gibt es zu vielen Schulthemen Lernvideos, an die sich Übungen anschließen. Damit lässt sich das Abfragen üben, ohne dass Sie Karteikarten schreiben müssen. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die Tipps weiter unten.
Lernvideos und Übungen für alle Fächer der weiterführenden Schule
Bei sofatutor erklären kurze Lernvideos den Schulstoff, danach folgen Übungen und Arbeitsblätter zum selben Thema. Ihr Kind lernt in seinem Tempo und sieht sofort, was schon sitzt.
sofatutor jetzt kostenlos testenWas die Lernforschung dazu sagt
Ein Forschungsteam um John Dunlosky hat 2013 zehn verbreitete Lerntechniken ausgewertet. Markieren und wiederholtes Lesen erhielten dabei die Bewertung „geringer Nutzen“. Am besten schnitten Selbsttests und das Verteilen des Lernens über mehrere Tage ab. Gregory Donoghue und John Hattie haben 2021 die Studien aus dieser Übersicht in einer Meta-Analyse erneut ausgewertet. Auch sie stellten die größten Effekte bei verteiltem Üben und Selbsttests fest. Markieren und Zusammenfassen zeigten ebenfalls positive Effekte, aber kleinere. Die meisten der ausgewerteten Studien untersuchten allerdings Faktenwissen.
Wie die Kombination beider Ansätze wirkt, untersucht eine Meta-Analyse von 29 Studien (Latimier, Peyre und Ramus, 2021, Educational Psychology Review). Wer sich Stoff mehrfach abfragte und diese Abfragen auf mehrere Tage verteilte, behielt deutlich mehr als jemand, der die gleichen Abfragen in einem Block machte. Die Autoren geben einen Effekt von g = 0,74 an, das ist ein mittlerer bis großer Unterschied. Er zeigt sich vor allem beim längerfristigen Behalten. Bei einer Prüfung direkt nach dem Lernen kann auch Büffeln mithalten.
Ein Vorbehalt gehört dazu. Ob sich die Effekte im normalen Schulalltag genauso zeigen, ist weniger gut untersucht. Eine Auswertung von Studien aus Klassenzimmern ergab für verteiltes Üben aber ebenfalls einen mittleren Vorteil. Für Mathematik fällt das Bild außerdem weniger eindeutig aus. In einer Meta-Analyse von 2025 (Murray, Horner und Göbel, ebenfalls in Educational Psychology Review) zeigte verteiltes Üben in Mathe einen kleinen bis mittleren Vorteil. Für das Abfragen allein gibt es in Mathe bisher keine klare Aussage, auch weil es dazu noch wenige Studien gibt.
Vier Ideen für den Alltag
1. Buch zuklappen. Ihr Kind schreibt zuerst auf einen Zettel, was es noch weiß, und schaut erst danach nach. Das fühlt sich anstrengender an als Lesen. Diese Anstrengung gehört dazu, denn gerade das Abrufen stärkt das spätere Behalten.
2. Das Lernen verteilen. Verteiltes Lernen schneidet in den Studien meist besser ab als gebündeltes. Konkret kann das heißen: dreimal 20 Minuten an drei Tagen statt einer Stunde am Vorabend. Bei einem Test am Mittwoch lohnt es sich, schon am Samstag oder Sonntag anzufangen, auch wenn es zunächst nur eine kurze Runde ist.
3. Fehler sammeln. Alles, was nicht geklappt hat, kommt auf eine eigene Liste. Diese Liste wird zwei Tage später noch einmal abgefragt, danach schaut Ihr Kind die richtige Lösung an. Selbsttests mit Rückmeldung gelten als besonders wirksam. So landet die Übungszeit bei den Lücken.
4. Erklären lassen. Statt Ihr Kind abzuhören, können Sie sich etwas erklären lassen: „Ich habe das nie verstanden, zeig mir mal, wie das mit den Bruchteilen geht.“ Beim Erklären fällt oft auf, wo noch etwas fehlt.
Was Sie am Anfang erwarten können
Am Anfang fühlt sich Abfragen für Kinder oft schlechter an als Lesen. Sie merken, wie viel sie noch nicht können, und das Gefühl „Ich hab’s drauf“ aus dem Durchlesen fehlt. Das gehört beim Üben dazu und spricht nicht gegen die Methode. Hilfreich ist, wenn Sie die Fortschritte sichtbar machen, zum Beispiel mit einer kleinen Liste, wie viele Vokabeln von zehn beim zweiten Durchgang saßen.
Fazit
Mehr Lernzeit ist nicht in jedem Fall nötig. Oft hilft es, die vorhandene Zeit anders zu nutzen: abfragen statt lesen, verteilen statt bündeln. Wenn Sie dafür Material suchen, finden Sie bei sofatutor Videos und Übungen zu den meisten Fächern und Klassenstufen, bei denen Ihr Kind selbst antworten kann.
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