„Mathe kann ich einfach nicht.“ Der Satz fällt oft beiläufig, meistens beim Abendessen, und wird von vielen Eltern als Teenager-Phrase abgetan. Manchmal steckt aber mehr dahinter: ein Faden, der irgendwann in den Jahren davor gerissen ist und an dem seitdem alles Neue hängt.
Dass dieses Problem verbreitet ist, zeigen aktuelle Zahlen aus dem IQB-Bildungstrend 2024, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Oktober 2025 veröffentlicht hat. Getestet wurden rund 48.000 Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in allen 16 Bundesländern.
Was die Zahlen sagen
Im Fach Mathematik verfehlten rund 34 Prozent der Jugendlichen den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss. Das sind rund 10 Prozentpunkte mehr als 2018. Knapp 9 Prozent erreichten nicht einmal den Mindeststandard für den Ersten Schulabschluss. Der Rückgang betrifft nach Angaben des IQB alle Länder, in denen Vergleichsdaten vorliegen, und alle Schulformen. In den anderen untersuchten Fächern sieht es ähnlich aus, in Chemie verfehlen etwa 25 Prozent, in Physik 16 Prozent und in Biologie 10 Prozent die Mindeststandards.
Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Die Autorinnen und Autoren nennen unter anderem die Nachwirkungen der Pandemie, denn die getesteten Jahrgänge waren damals im Übergang in die weiterführende Schule. Zusätzlich sinkt laut Studie das Interesse an mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Auch Zusammenhänge mit der sozialen Herkunft sind weiterhin sichtbar.
Wichtig für Eltern: Die Zahlen beschreiben einen Durchschnitt über ganz Deutschland. Sie sagen nichts darüber, wie es Ihrem Kind geht. Sie zeigen aber, dass Lücken in Mathe kein Randphänomen sind, und dass es sich lohnt, früh hinzuschauen.
Wie Mathe-Lücken entstehen
Mathematik baut stark aufeinander auf, das beschreibt auch die Mathematikdidaktik. Ein Beispiel: Wer das kleine Einmaleins nicht sicher beherrscht, kann sich mit dem Kürzen von Brüchen schwertun. Wer Brüche nicht verstanden hat, hat es später beim Dreisatz und bei Gleichungen möglicherweise schwerer. Eine einzelne Lücke fällt manchmal lange nicht auf, weil Kinder sich eine Zeit lang mit Auswendiglernen oder Raten behelfen können. Sichtbar wird sie oft erst, wenn der nächste Baustein darauf aufsetzt. Laut IQB erreichen Jugendliche mit schwachen Basiskompetenzen deutlich seltener die Regelstandards.
Mögliche Hinweise auf eine Lücke
- Die Mathehausaufgaben dauern auffällig lang, obwohl Ihr Kind sich Mühe gibt.
- Es rechnet Aufgaben richtig, kann aber nicht erklären, warum.
- Bei Textaufgaben wird schnell aufgegeben oder geraten.
- Es vermeidet das Thema, wird gereizt oder sagt Sätze wie „Das kapier ich eh nie“.
- Die Noten schwanken stark, je nachdem, welches Thema gerade dran ist.
Das sind Alltagsbeobachtungen und keine Diagnose. Keiner dieser Punkte beweist für sich genommen eine Lücke. Wenn mehrere zusammenkommen, lohnt sich ein genauerer Blick, am besten gemeinsam mit der Lehrkraft.
Die Lücke finden und schließen
Ein praktischer Weg ist die Suche rückwärts. Sie lassen Ihr Kind eine Aufgabe aus dem aktuellen Thema lösen. Klappt das nicht, gehen Sie eine Stufe zurück, dann noch eine. Irgendwo kommt der Punkt, an dem es wieder sicher wird. Dort liegt der Anfang der Lücke, und dort lohnt es sich anzusetzen.
Dabei kann ein Angebot wie sofatutor helfen. Die Themen lassen sich nach Klassenstufe und Fach auswählen, und zu vielen Themen gibt es ein Lernvideo mit Übungen und Arbeitsblättern. Ihr Kind kann so den Stoff aus früheren Klassen in Ruhe und im eigenen Tempo nachholen. Für Mathe zeigt eine Meta-Analyse von 2025, dass verteiltes Üben einen kleinen bis mittleren Vorteil gegenüber gebündeltem Üben hat. Kurze Einheiten mehrmals pro Woche sind deshalb eine sinnvolle Option.
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Bei sofatutor erklären kurze Lernvideos den Schulstoff, danach folgen Übungen und Arbeitsblätter zum selben Thema. Ihr Kind lernt in seinem Tempo und sieht sofort, was schon sitzt.
sofatutor jetzt kostenlos testenAufholen ist möglich
Die Dortmunder Mathematikdidaktikerin Susanne Prediger weist darauf hin, dass Aufholen auch später noch möglich ist, auch wenn das Schulsystem das derzeit nicht immer gut auffängt. Wer die Stelle gefunden hat, an der es hakt, muss nur den fehlenden Baustein nachholen und kann den Rest des Stoffs meist stehen lassen. Hilfreich ist, wenn das Kind beim Nachholen wieder Erfolge erlebt.
Fazit
Mathe-Lücken entstehen oft leise, und Aufholen ist möglich. Ein Gespräch mit der Lehrkraft, ein Blick auf frühere Klassenstufen und regelmäßiges kurzes Üben sind ein guter Anfang. Bei sofatutor finden Sie dafür Videos und Übungen zu den Mathethemen aller Klassenstufen.
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