Sie sagen es zum dritten Mal ruhig. Beim vierten Mal wird die Stimme lauter. Ihr Sohn sitzt mit Kopfhörern am Tisch, die Hausaufgaben unberührt, und in diesem Moment scheint zwischen Ihnen eine Glaswand zu stehen. Viele Eltern von Dreizehn- bis Sechzehnjährigen kennen das, und viele fragen sich, wo das Kind geblieben ist, das früher zugehört hat.
Eine mögliche Stütze beim Lernstreit
Gerade der Streit um Hausaufgaben und Klassenarbeiten macht den Alltag in dieser Phase anstrengend. Manche Familien holen sich dafür einen neutralen Dritten ins Haus. Bei sofatutor können Jugendliche Themen über Lernvideos und Übungen allein nacharbeiten, ohne dass ein Elternteil danebensitzt. Das nimmt Druck aus der Beziehung, weil die Frage Hast du schon gelernt? nicht mehr jeden Abend im Raum steht. Es ersetzt kein Gespräch, schafft aber eine Möglichkeit, Lernen und Familienstreit zu trennen.
Lernvideos und Übungen für alle Fächer der weiterführenden Schule
Bei sofatutor erklären kurze Lernvideos den Schulstoff, danach folgen Übungen und Arbeitsblätter zum selben Thema. Ihr Kind lernt in seinem Tempo und sieht sofort, was schon sitzt.
sofatutor jetzt kostenlos testenWas im Gehirn passiert
Forschende der Stanford School of Medicine untersuchten mit Hirnscans Jugendliche zwischen 13 und 16,5 Jahren. Dabei zeigte sich, dass die Stimmen von Mutter und Vater für Jugendliche an Bedeutung verlieren, während die Stimmen neuer Menschen stärker wahrgenommen werden. Der Psychiater Daniel Abrams beschreibt es so: Wie ein Kleinkind besonders auf die Stimme seiner Mutter achtet, achtet ein Heranwachsender auf neue Stimmen. Das Belohnungssystem richtet sich auf Freunde und Bekannte aus.
Böser Wille oder Erziehungsfehler stecken nicht dahinter. Das Gehirn orientiert sich nach außen, und zwar in einem Alter, in dem die Fähigkeit zur Selbststeuerung noch im Aufbau ist. Ein Übersichtsartikel in Developmental Cognitive Neuroscience beschreibt, dass die Selbstregulation in der Jugend vom sozialen und kulturellen Umfeld geprägt wird und dass Trainings in diesem Alter vielversprechend sind. Schweizer Fachleute weisen darauf hin, dass sich das Verhalten Jugendlicher zeitweise unreifer und impulsiver zeigen kann als bei jüngeren Kindern. Die Entwicklung verläuft nicht gleichmäßig.
Der Schlaf, der oft fehlt
Dazu kommt die Müdigkeit. In der Pubertät verschiebt sich der Schlaf-Wach-Rhythmus nach hinten. Jugendliche werden abends später müde und kommen morgens schwer aus dem Bett. Schlafmediziner beschreiben, dass vielen Teenagern im Schulalltag etwa eine Stunde Schlaf pro Nacht fehlt. Der Erlanger Hirnforscher Ralph Dawirs sagt dazu, dieses Schlafverhalten sei den Jugendlichen nicht vorzuhalten. Schlechte Laune am Morgen und schlechte Konzentration am Nachmittag haben also einen Grund, der nichts mit Trotz zu tun hat.
Was im Alltag funktioniert
- Fragen statt Ansagen. Ein offener Satz wie Was steht diese Woche an? lädt eher zum Antworten ein als die Frage nach den Hausaufgaben.
- Den richtigen Moment wählen. Gespräche gelingen oft nebenbei, im Auto, beim Kochen oder auf dem Heimweg. Die Zeit am Tisch mit direktem Blickkontakt fühlt sich für Jugendliche schnell wie ein Verhör an.
- Klare Absprachen treffen. Eine Studie der Penn State University zum Elternverhalten bei Teenagern kam zu dem Ergebnis, dass klare Absprachen einen sicheren Rahmen schaffen, in dem Selbstständigkeit wachsen kann. Halten Sie fest, was gilt, und besprechen Sie es gemeinsam.
- Schlaf ernst nehmen. Wenn möglich, den Wecker nicht auf die frühestmögliche Minute stellen und abends das Handy aus dem Zimmer nehmen.
- Dranbleiben, auch ohne Antwort. Auch wenn es nicht so aussieht: Wärme und Interesse kommen an. Da sein, zuhören und Zuneigung zeigen: Das gehört zu dem, was Jugendliche weiterhin von ihren Eltern brauchen.
Fazit
Wenn Ihr Teenager nicht mehr auf Ihre Stimme reagiert, hat das auch mit der Entwicklung seines Gehirns zu tun. Das macht den Alltag nicht leichter, nimmt aber die Schuldfrage aus dem Spiel. Aus der Glaswand wird mit der Zeit wieder eine Tür, sofern Sie sie offen lassen.
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